Allgemein · Motivation

Warum Du keine Angst vor der Waage haben solltest

Der Sommer naht – okay er ist ja schon beinahe da – und viele wollen jetzt noch kurzerhand „in shape“ kommen. Es gibt ja auch mehr als genügend Programme, die versprechen, mit viel Freude und Spass in kürzester Zeit erfolgreich abzunehmen 😉 #erzähldasdemweihnachtsmann

Zum Thema Waage habe ich eine ganz seltsame Meinung und ich musste meine Gedanken erst einmal sortieren, um ein bisschen Struktur in den Beitrag zu bringen.

Die Waage – ein Feind?

Die Waage setzt viele unter Druck. Man hat ein gewisses Ziel vor Augen (meistens eine Zahl) und jeden Morgen steht man mit grosser Hoffnung (oder Angst) auf die Waage und schaut sein Ergebnis an. Dabei gibt es meistens folgende Gefühlsausbrüche:

  • Purzeln die Kilos: super Gefühl, Motivation für die nächsten Tage ist da
  • Stagniert das Gewicht oder ist es sogar gestiegen: hallo Demotivation, ich habe schon lange auf Dich gewartet 😉

Viele setzen sich unnötig unter Druck, um ein gewisses Ziel zu erreichen. Und das ist nicht gut. Ist die Zahl einmal gleichgeblieben oder ein bisschen höher geworden, vergisst man jegliche Fortschritte, die man vielleicht ja schon erreicht hat und fixiert sich nur noch auf den „Misserfolg“.

Wenn Du spürst, dass die Waage dich negativ unter Druck setzt, das Ergebnis deinen ganzen Tag beeinflusst, dann schmeiss sie entweder aus dem Fenster (okay, verstecken geht auch) oder ändere Deine Einstellung dazu.

Es gibt doch einen Spruch für die Schokolade „Chocolate doesn’t ask silly questions, chocolate understands.“ – ja das macht Freude. Zumindest so lange, bis man dann auf die Waage steht. Bei ihr könnte der Spruch in etwa so lauten „the scale doesn’t ask silly questions, the scale shows you the naked truth“. Sie zeigt dir die Wahrheit. Von Freunden erwartet man ja eigentlich, dass sie die Wahrheit sagen. Ist die Waage daher ein Freund?

Die Waage – ein Freund?

Ja okay, dass die Waage ein Freund ist, ist ein bisschen weit hergeholt aber ich muss es ja irgendwie spannend halten und es hat gerade so gut zum Übergang gepasst 😉

Du kannst die Waage auch einmal ganz neutral betrachten. Es zeigt Dir eine Zahl an. Und wenn Du wochenlang beim Essen ausgeartet bist, zeigt es dir auch schonungslos das Ergebnis an. Die Frage ist jetzt, wie Du damit umgehst. Du kannst sie wie im ersten Abschnitt beschrieben auch hier aus dem Fenster werfen, ihre Richtigkeit anzweifeln und allen anderen Umständen die Schuld geben. Aber für die Zahl auf der Waage bist Du ganz allein verantwortlich. Nicht die leckeren Apéros, die leckeren Eiscremes oder wie bei mir: die Schokolade 🙂

Und das ist hart. Aber buchstäblich die nackte Wahrheit.

Und wenn es dann nicht so rund läuft, ist die Gefahr, dass die oben beschrieben Dinge passieren: unter Druck setzen, an sich zweifeln, Frustration etc.

Oooder Du kannst Dir jetzt sagen: Wie lerne ich daraus? Sehe Dir das Ergebnis jetzt auch einmal ganz nüchtern an. Stört es dich nicht, dass du zugenommen hast? Dann ist das prima und du kannst ja so weiter machen. Aber dann musst Du ja auch nicht unbedingt auf die Waage stehen.

Wenn es Dich aber stört, dann weisst Du, dass Du an Dir und Deiner Einstellung arbeiten musst. Ausreden finden, in Selbstmittleid versinken nützt hier nichts. Jetzt heisst es: Was habe ich falsch gemacht resp. wieso hat es nicht funktioniert?

Nimm die Zahl als Feedback auf und arbeite weiter an Dir und Deiner Einstellung.

So oder so empfehle ich dir jeweils den Wochendurchschnitt zu nehmen, da es immer wieder kleinere Schwankungen geben kann (Menstruation, oder hast du seit 3 Tagen nicht mehr Gross machen können 😉 Ja sorry, aber wir sind hier ja transparent).

Ja und wie mache ich das?

Gute Frage – wie so oft bin ich ein bisschen schizophren. Ich stand vor kurzem auf der Waage und habe mich selber dabei ertappt, wie ich dachte: Bis auf Berlin muss ich drei Kilo verlieren, um wieder in meine Hot Pants zu passen.

  1. habe ich keine Ahnung ob ich danach wieder in meine Hosen passe
  2. wieso drei Kilo?

Je länger ich darüber nachgedacht habe, habe ich mein Vorhaben wieder über Bord geworfen. Aus mehreren Gründen:

  • Ich bin zufrieden mit mir. Letztes Jahr war ich schon ziemlich gut in Form (war ja auch Wettkampf angesagt) und dieses Jahr ist mein Körperfettanteil logischerweise höher. Aber ich mag es ja – mich hat nur genervt, dass meine Lieblingshotpants nicht mehr passen.
  • Ich habe ja auch viele schöne Maxikleider, scheiss auf die Hotpants
  • Für mich bedeutet die Zahl jetzt im Moment einfach wirklich nicht viel. Ich schaue, dass ich nicht übermässig zunehme, denn das muss ich nächstes Jahr für den Wettkampf alles wieder abnehmen, aber es ist auch okay, einmal über die Stränge zu schlagen. Ich schaue nur, dass ich nicht komplett eskaliere und Blödsinn in mich hineinstopfe, aber hierfür brauche ich nicht unbedingt eine Waage, lediglich ein bisschen Menschenverstand.

Somit ist die drei Kilo Idee gestorben – und mit ihr meine Hotpants.

Auf die Waage stehe ich immer noch, einfach um zu sehen, dass ich nicht zu viel ab- oder zugenommen habe. Aber ohne jegliche Emotionen. Ich nehme dann das (Wochen-)ergebnis und wenn es über den Zeitraum stabil bleibt, ist das prima und wenn nicht, gehe ich hinter die Bücher. Aber ich bin selber für mein Handeln verantwortlich, ich suche nicht  nach Ausreden.

Und was sollst Du jetzt machen?

Das ist eine gute Frage. Du musst für Dich entscheiden, was Dir gut tut. Möchtest Du anhand von Bildern Deine Fortschritte messen, oder vielleicht an der einen Hose, in die Du wieder reinpassen willst? Es muss für Dich stimmen. Vergessen darfst Du dabei folgende drei Dinge aber wirklich nie:

  1. Die Erreichung des Wunschgewichts alles sollte ein langer Prozess sein. Möchtest Du noch schnell schnell „in shape“ kommen, ist das kurzfristig vielleicht möglich, aber die weggehungerten Pfunde sind dann schneller wieder da, als du jetzt denkst oder es kann sich dann langfristig zu ernsthaften Essstörungen entwickeln (wiederkehrendem Jojo Effekt ist dann auch noch im Spiel) Zudem sind Radikaldiäten alles andere als spassig, lustig und gesund. Egal was man dir dabei vorgaukelt oder wie man es nennt.
  2. Wenn Du einen Ernährungsberater hast oder jemand anderes, der Dir beim Abnehmen hilft und Du merkst, dass die Waage resp. das Wiegen Dich stresst: sprich das ganz offen und ehrlich an. Du musst Dich nicht schämen oder es muss dir nicht unangenehm sein. Sich mitzuteilen ist immer wichtig, denn andere können Deine Gedanken nicht lesen!
  3. …. Das wichtigste von allem *trommelwirbel*: egal was die Waage, die Hose, das Bild, dein Kopf sagt… Du bist G R O S S A R T I G ! Lass Dich und Deine Zufriedenheit nicht durch die Hosengrösse definieren! (sonst klatsch ich dir eine :-))

Somit benutz die Waage, wenn sie dich nicht stresst und wenn Du damit umgehen kannst. Fühlst Du, dass alles aus dem Ruder läuft und Du Dich davon abhängig machst, sprich mit Deinen Vertrauten, deinem Coach und lass sie weg. Sie sollte allenfalls eine Unterstützung aber NIE ein „Druckmittel“ sein / werden.

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